Alle Bilder dieser Homepage unterliegen dem Urheberrecht !

Liebe Reitsport- und Pferdefreunde.

In meiner über 14 Jahre andauernden Tätigkeit im Pferdesport (sowohl Breiten- als auch Leistungssport) als Vorstandsmitglied, Sponsor, Trainer, TT, etc. stand Fairness im Sport und im Verein immer an oberster Stelle.

Ich beobachte in den letzten Jahren leider, dass „Fair Play“ in vielen Reit- und Sportvereinen nicht mehr zu den Tugenden gehört.

Sätze wie:(Ethische Grundsätze) 4. Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter, Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.

Sowie die Sätze 1 bis 12 des Verhaltenskodex im Pferdesport.... Sind scheinbar nur wenigen bekannt – oder werden ignoriert. Das Tierschutzgesetz wird deutlich unterbewertet oder ganz außer acht gelassen (Straftatbestand!!!)

Diese Entwicklung hat mich dazu gebracht, alle meine Ämter im Bereich des Pferdesports niederzulegen.

Viele meiner Reiterfreunde bedauern dies  und einige, vor allem Jugendliche leiden darunter. Unzählige Stunden habe ich damit verbracht, Lehrmaterial zusammenzustellen, Präsentationen und Videovorträge einem interessierten Publikum vorzutragen. Für keines dieser  “Seminare” habe ich je einen Cent verlangt. Es war und ist für mich selbstverständlich, mein Wissen über Pferd, Pferdehaltung sowie über die sinnvolle Ausbildung von Pferd und Reiter weiterzugeben.

Bei vielen Reitabzeichenlehrgängen wurde ich von  Vereinen gebeten, die theoretische Vorbereitung der Prüflinge zu übernehmen. Und es kam noch keiner ohne seine verdiente Urkunde von der Prüfung zurück.

Wenn ich nun aber in den Vereinen bei „selbsternannten“ Reitlehrern und selbst Ausbildern mit Trainerlizenz C, B, A zuschaue, wie solche „Lehrgänge“ ablaufen, wende ich mich ab. Ich nenne das einfach mal Abzocken! Wenig Leistung und viel Geld für ein Minimum an Information.

Anstatt den Prüflingen durch die neue Regelung vorzuschreiben, an einem „Lehrgang“ teilzunehmen, sollten doch eher die Ausbilder ihr „Wissen“ (oder Unwissen???) einmal unter Beweis stellen!

Da werden Seiten aus (FN-) Büchern kopiert und den Prüflingen vorgelegt zum Durchlesen. Für Fragen bleibt keine Zeit – für Erklärungen meist auch nicht. Und wenn, dann stellen sich bei mir manchmal die Nackenhaare über das Unwissen und die Lustlosigkeit der Ausbilder. Klar! Wenn ich 5 oder 6 (oder mehr) Reitschüler in der Bahn habe, habe ich deutlich weniger Arbeit und einen satten Reibach!

10 Stunden fundamentierten theoretischen Unterricht vorzubereiten, vorzutragen und den Fragen Rede und Antwort stehen ist vielen zu viel. Dann doch lieber kopieren, verteilen....

Für mich stellt sich die Frage: Wohin tendiert unser Reitsport? Oberflächlicher Reitunterricht schadet unseren Pferden! Vorbereitendes, fachliches Wissen über Pferde, Zubehör und Pferdehaltung wird so gut wie gar nicht mehr angesprochen. Auch wird oft den Reitschülern nicht erklärt, warum wir Pferde für Dressur- oder Springsport explizit vorbereiten müssen.

Wenn zu uns neue Einsteller oder Reitbeteiligungen aus den sogenannten Schulbetrieben kommen, bin ich manchmal schockiert über das (Un-) Wissen der Pferdhalter, der Reiter und den Reitbeteiligungen. Kaum einer kann heute noch eine Trense ordentlich verpassen (weil nicht oder falsch gelernt). Da werden Sättel aufgelegt die hinten und vorne nicht passen (... aber er ist bequem für den Hintern des Reiters...) Das Knie des Pferdes ist auf einmal am Vorderfuß, dass man Schlauch und Scham der Pferde sowie das Euter der Stuten reinigen muss (!) ist vielen unbekannt. Da werden Gebisse verwendet (auf Anraten der Reitlehrer) die absolut unsinnig sind – und dann auch noch falsch eingeschnallt werden.

Ich brauche eigentlich gar nicht weiter aufzuzählen – denn es ist allen bekannt, was im Argen liegt. Sowohl den Reitern als auch den Reitlehrern!

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen IRRSINN weiter mitmache.

Ich sage NEIN. Viele Jahre habe ich Beschallungen für Reitturniere gemacht, mich unzählige Wochenenden auf Richterwagen aufgehalten. Hunderte von Dressurprüfungen vorgelesen – um immer wieder die gleichen Fehler zu sehen (mit denselben Reitern auf anderen Pferden – den es liegt ja am Pferd und nie am Reiter oder Ausbilder). Zahllose Protokolle habe ich geschrieben, deren Inhalt (fast immer) der Gleiche war.

Warum machen sich Richter überhaupt noch die Mühe, Fehler zu erkennen, zu protokollieren, wenn sie doch nur wenige lesen? Wenn die Reiter nicht versuchen, ihre erkannten Fehler zu korrigieren. Die Reitlehrer nicht auf die Fehler in den Protokollen reagieren?

Ich drehe diesem unfairen Sport zum großen Teil den Rücken zu !

Es tut irgendwo weh – aber einfach im „gleichen Trott“ jedes Jahr das Selbe zu erleben, keine Aussicht auf „Besserung“ zu erkennen, das ist für mich zumindest nicht mehr tragbar.

Erst wenn Reiter wieder ihre Pferde schätzen, fundamentierten Unterricht in Anspruch nehmen (können), wenn sie über Pferde und Pferdehaltung wieder mehr lernen wollen und ihr Wissen um das Pferd erweitern, erst dann sehe ich einen Ansatz, dass Reitsport wieder fair wird.

Fair zum Pferd ! Fair zum Menschen!

Gleichbleibend werde ich auf den Höfen, auf denen meine Pferde stehen, weiterhin unseren Jugendlichen und auch Erwachsenen (wissbegierigen) Pferdehaltern, Reiterinnen und Reiter für Fragen immer ein offenes Ohr haben.

Und auch wenn ich keine DOSB-Lizenz habe, Keinen Trainer-C-B-A, so weiß ich doch, dass mein Wissen über Pferde (und Menschen) und die langjährige Praxis als Pferdehalter, einem hilft:

DEM PFERD.

Es ist nicht meine Absicht, mit diesem offenen Brief jemanden persönlich anzugreifen. Es sind allgemeine Umstände die ich in den letzten Jahren beobachtet habe.

Es gibt durchaus vereinzelt Schulbetriebe, Ausbildungsställe und Vereine, die versuchen, ihre Arbeit ordentlich und korrekt zu machen. Dies sind Betriebe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann und werde.

Leider wird aber gerade oft diesen Betrieben der „Hahn“ zugedreht. Ja, zum teil werden sie von Reiterringen oder Pferdsportkreisen geradezu gemobbt. Eine Meinung zu diesen “übergeordneten Verbänden” habe ich nicht mehr. Aber ich werde mich hierzu zu gegebener Zeit noch äußern. Lehrgänge werden im voraus abgesprochen und sind bereits vor der Ankündigung “voll belegt”. - Geld kommt zu Geld; und nicht wie erhofft zum Talent!

„Ich habe 100 Reitschüler diese Saison.....“ kann 1 Reitlehrer diese auch ausbilden???

„Ich habe nur 20 Reitschüler. Was mache ich falsch, dass es so wenig sind...?)

NIX!!! Sie lernen REITEN und mehr.

Reiten beginnt meiner Ansicht nach mit dem Wissen über das Pferd. Und nicht mit dem Strass des Stirnbandes, der Farbe der Schabracke.

Reiten beginnt mit den Ethischen Grundsätzen, dem Tierschutzgesetz, den Richtlinien für Pferdehaltung und dem Verhaltenskodex im Reitsport.

Fair....... zum Pferd !!!!

Es grüßt

Euer Volker Bopp

c:3-2011#

 

Home   Prolog   Über Mich   Die Pferde   Reitbeteiligung   Die Wende   Geschichten   Meine Meinung   Seiten-Empfehlung   Impressum 
website design software
IMG_5884-3