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Lebensgeschichte ?!.

Mal ehrlich: wollt Ihr nicht echt wissen ? ! ? - und wäre zu lang.!!!

Denn in 53 Jahren erlebt man so manches.

Aber eines möchte ich mal auf dieser Seite loswerden:.....

Aussage einer meiner Reiterinnen:

“Alter kranker grantiger Kauz, dem man es nie Recht machen kann....”

 ich gebe ihnen Recht !

Denn sie haben es nie versucht !

 

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C 2014#Heidi Mattes (HM-Foto)

Wie kam ich zu Pferden...

... Als ich ein kleiner Junge war, 8 Jahre ungefähr, da wollte mir mein Bruder ein Pony kaufen. Ich wünschte mir so sehr ein Cowboypferd. Leider wurde nichts aus meinem Kindertraum.... Die Jahre vergingen, und es gab Fahrrad, Mofa und Auto. Ich wurde älter, aber immer wieder, wenn ich einen Reiter sah oder einen der alten Westernfilme anschaute, da dachte ich an meinen Wunsch als kleiner Junge zurück.

Eines Tages dann hat sich mein Bruder dann seinen Traum erfüllt: Er kaufte sich 1995 ein Pony - Nina.

Ich gönnte meinem Bruder diese Freude - und wann immer ich Zeit fand , besuchte ich Ihn und seine Nina. 

Dann kam 2000 die Nachricht: Mein Bruder hatte Krebs. Er konnte nicht mehr zu seiner Nina. Man redete in der Familie vom verkaufen des Tieres .... Das konnte ich meinem Bruder nicht antun. Nina war alles was er jemals besessen hatte. Ich kümmerte mich um sein Pferd - und glaubt mir , ich hatte keine Ahnung von Pferden - nur eben die aus zahlreichen John Wayne Filmen

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*1994

 

Kinder, ich hatte keine Ahnung, was ich mit dem Tier machen musste. Aber ich musste etwas machen. Meinem Bruder zuliebe. Denn immer wenn ich ihn in den Kliniken besuchte war seine erste Frage: Was macht Nina. Und ich konnte ihm viel erzählen von ihr - denn Nina ist Nina und machte einen Blödsinn nach dem anderen. Obwohl: Eigentlich war ich fast immer schuld - denn ich hatte ja keine Ahnung von Pferden. Woher sollte ich wissen, dass so ein Pony allerlei anstellen konnte. Die Pferde in den Cowboyfilmen waren immer brav. Man stellte sie an eine Stange vor dem Saloon und trank gemütlich sein Bier.....

Ich habe meinem Bruder versprochen, dass ich mich um sein Pony kümmern werde, so lange er lebe..... Das war im Jahre 2000

Nun, am 14. Mai sind es 8 Jahre, seit mein Bruder Verstorben ist. Und Nina ist immer noch bei mir. Und so machte mir mein Bruder doch noch das Geschenk, das er mir vor über 45 Jahren machen wollte: Er schenkte mir ein Pony.

Aber es war nicht nur irgendein Pony - es war seine Nina.

Mit dem Tage, an dem ich die Pflege für dieses Pony übernahm, änderte sich mein Leben ! Nix da, mit Cowboyhut und Gitarre durch die Prärie.... Nina lehrte mich, dass Pferde ganz besondere Lebewesen sind. So Robust und stark sie auch scheinen - sie sind sensibel und ehrlich ! Und das lernte ich in den darauf folgenden Jahren. Pferde - und nicht nur Nina - sind meine Freunde und meine Freude geworden. Es vergeht kein Tag, an dem ich nichts neues über sie hinzulerne. Und es vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht bei "meinem" Pony bin.....

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2014

 

“...Mit 40 wird der Schwabe schlau...”

Nun, - Ich brauchte etwas länger. Aber es war eine lehrreiche Zeit. Viele Jahre habe ich mich der Arbeit als Vorstand in verschiedenen Reitvereinen , als Turnierbegleiter und als “Tontechniker” der Sportreiterei gewidmet. Da ich selber aber nie Reiten (wie ein “Profi”) gelernt habe, musste ich unheimlich viel lernen über die Materie der Sportreiterei, um mitreden und mitdenken zu können. Meine Hauptaufgabe sah ich darin, mein Wissen über Pferde und deren Haltung, aber auch die gesetzlichen Grundlagen zur Reiterei dem Reiternachwuchs zu übermitteln.

Dies geschah in der Regel durch (kostenlose) Seminare und Vorträge im Zuge der Reitabzeichenabnahme in verschiedenen Reitvereinen. Erst heute, nach vielen Jahren bemerkte ich aber, dass das ganze Wissen, das ich vielen beigebracht habe, nur einem Zweck diente: die Erlangung eines Papiers, dass dazu befähigt, in höheren Klassen der Sportreiterei zu starten.

“Learning by doing” vermisse ich fast in allen Ställen in denen ich verkehre. Ich stelle aber auch fest: Es ist wie damals in der Schule. Viele wollen ihr Wissen erweitern, - aber dies wird von den wenigsten Reitlehrern vermittelt.

Mit nunmehr 50 stelle ich mich diesem “Problem” vermehrt. Ich denke, dass wir “Alten” den Jungen mehr beibringen müssen, wenn es um das Pferd als solches geht. Wir sollten mehr darauf achten, dass Kinder und Jugendliche in den Pferden keine Kuscheltiere sehen. Wir müssen ihnen den korrekten Umgang mit dem Lebewesen Pferd beibringen und die Sensibilität gegenüber dem Tier fördern. Ich bin mir sicher, dass man Horsemanship und Turnierreiten verbinden kann - wenn man gelernt hat, was man da unter sich hat. Meine Pferde haben mich gelehrt: Wenn ich Fair bin zu Kreatur, bekomme ich fast alles von ihr!  Wenn ich dann noch verstehe, dass ein Pferd nunmal anders denkt als der Mensch, dass sein Verhalten grundsätzlich auf seine Natur zurückzuführen ist, dann habe ich den ersten Schritt in die richtige Richtung gewählt. Wenn wir anfangen, Pferde zu vermenschlichen, haben wir den Sinn der Natur  nicht verstanden. Mit Herzchen im Winterfell, mit tausenden von Küsschen auf die Nase, mit Plüsch und Straß am Kopf dienen wir den Pferden weniger als wenn wir es einfach Pferd sein lassen! Diese Stunden, die manche mit dem Aussuchen von Decken, Glitzertrensen und Plüschhalftern verbingen in den Reitsportgeschäften, sollten sie lieber den Pferde oder aber der Literatur über Pferde widmen. Damit wäre den Pferden mehr getan.

Nachdem ich vor über 9 Jahren mein Pony aus dem “Turniersport” herausgenommen habe, und auch meine Schimmelstute kaum noch auf Turnieren vorstellen ließ, werde ich das Erlernte in die Tat umsetzen. Meine Pferde sind meine Freizeitpartner und “Lehrmeister” geworden. Mit meiner Ansicht werde ich auf viel Kritik stoßen in der hiesigen Reiterei. Ich werde versuchen, die Meinung der anderen zu verstehen - aber ich werde es nicht unversucht lassen, die Menschen, die mit Pferden zu tun haben zum Umdenken zu bewegen. Das ist mein Ziel. Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur.

Volker Bopp

 

 

Über 15 Jahre "arbeite" ich nun mit Pferden - und ich möchte keinen Tag vermissen.

Sie geben mir mehr als ich ihnen je zurückgeben kann

und jeden Tag lerne ich mehr über diese Wesen.

 

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